Die Entwicklung kognitiver Filmverarbeitung (2012-2015)

Projekt gefördert von der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Informationen werden im Vorschul- und Grundschulkindern zunehmend durch Filme zur Verfügung gestellt. Dazu zählen Bildungsprogramme im Fernsehen und Lehrfilme im schulischen Kontext. Bislang existieren jedoch kaum Untersuchungen zur Frage, welche grundlegenden kognitiven Prozesse beim Ver­stehen von (Lehr-)Filmen bei Kindern überhaupt ablaufen. So ist insbesondere offen, ob und inwiefern Filme für Nutzer im Vor- und Grund­schulalter die Möglichkeit eröffnen, Sachverhalte gegenüber anderen Präsentationsformaten wie auditive Präsentationen oder schriftliche Texte verständlich zu vermitteln. In dem Projekt wird die Entwicklung der Verarbeitung audiovisueller Texte (Film) bei Vor- und Grundschülern untersucht werden. Im Rah­men von drei Experimenten mit 6-, 8-, 10-jährigen Kindern und Erwachsenen soll der Einfluss audiovisueller Präsentationsformen mit auditiven und bei älteren Probanden mit schriftlichen Präsentationsformen direkt verglichen werden. Um die kognitiven Verarbeitungsprozesse abzubilden, die während der Textverarbeitung ablaufen, sollen Online-Maße zur Anwendung kommen. Betrachtet werden diejenigen Prozesse, die gemäß der psychologischen Textverste­hensforschung für das Textverständnis besonders relevant sind. Es handelt sich um Prozesse beim Aufbau mentaler Situationsmodelle, bei der Herstellung von Textkohärenzen, beim Aufbau analoger Vorstellungen sowie um die Funktion und Auslastung des Arbeitsgedächtnisses beim Textverstehen. Das erzielte Befundmuster soll die eigene Annahme testen, dass durch filmische Präsentationsformen die für das Textverständnis relevanten kognitiven Prozesse frühzeitig aufgebaut und gefördert werden. Im Verlauf der Entwicklung sollten zunehmend auditive und später schriftliche Texte an Bedeutung gewinnen.